Hispanien

In Spanien leben

Die Spanier und ihr Schinken

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portada jamon

Spanien ist sehr stolz auf seinen Schinken.

Genauso, wie man bei einem Málaga-Stadt Urlaub die Besichtigung der Alcazaba Festung keinesfalls verpassen sollte, ebenso wenig sollte man es versäumen, sich vor dem Rückflug noch mindestens ein Stück spanischen Schinken in den Mund gesteckt zu haben.

Dabei ist die Auswahl keineswegs allzu gross – der Spanier unterscheidet zwischen dem Jamón Ibérico und dem Jamón Serrano.

Bei beiden Sorten handelt es sich um luftgetrocknete Schinken, eine in Südeuropa durch das wärmere und trockenere Klima gängige Art der Schinkenherstellung.

Von den beiden Sorten ist der Jamon Ibérico der Exclusivere, da ein Schwein zu mindestens 50% reinrassig iberischen Ursprungs sein muss, um seine hintere Körperpartie später Jamón Ibérico nennen lassen zu dürfen. Je nach Ernährung werden die Sorten dann noch einmal unterteilt in: “Jamón Ibérico Pienso / de Cebo / de Campo” (d.h. eine Schweinezucht basierend auf Getreidemast), “Jamón de Recebo” (auch diese Schweine werden mit Getreide gemästet, erhalten jedoch am Ende der Mast max. 30% Futterzusatz an Eicheln) sowie das absolute Spitzenprodukt “Jamón Ibérico de Bellota” (diese Schweine müssen nicht nur zu mindestens 75% reinrassiger Herkunft des dunkelhäutigen iberischen Schweines sein sondern auch bei Freilandhaltung min. 40% ihres Körpergewichtes nur durch den Verzehr von Eicheln und Kräutern zugelegt haben)!

jamon iberico

Der Jamón Serrano hingegen stammt im Gegensatz zum Jamón Ibérico nicht von den iberischen Schweinen sondern von hellhäutigen Hausschweinen. Folglich ist er um einiges preiswerter als der Jamón Ibérico. Geschmacklich ist der Serrano Schinken wesentlich milder im Vergleich zum Jamón Ibérico.

jamon serrano

Um den Schinken populär zu machen, dafür sorgen auf der iberischen Halbinsel fast alle spanischen Restaurants und Bars. Fast jedes spanische Lokal bietet stolz ihren spanischen Schinken an, einige gehen sogar noch weiter – manche haben den spanischen Schinken zu ihrem Zugpferd gemacht. So gibt es verschiedene Restaurantketten – so unter anderem das “Museo de Jamón”, “Paraiso del Jamón” oder auch “Don Jamón” und einige mehr, welche den spanischen Schinken als die Spezialität des Hauses anbieten. Dort hat man dann nicht nur die Möglichkeit, Schinken in allen Variationen zu probieren, sei es ein Schinkenbaguette, Schinken-Kroketten, Gazpacho (eine typisch spanische Gemüsesuppe) mit Schinkenstücken oder einfach Schinken mit Melone, sondern kann auch noch den Anblick von unzähligen, an der Decke baumelnden Schinkenkeulen bewundern.

museo del jamon

Wichtig ist dem Spanier jedoch das Schneiden des Schinkens, in diesem Punkt ist er leider nicht sehr flexibel, er lässt keinesfalls jede beliebige Person an die Schweinekeule! Aufgrund der hohen Bissfestigkeit ist es notwendig, den Schinken recht dünn zu schneiden – der Spanier hat daraus eine eigene Wissenschaft gemacht. Bis heute sind sich die meisten Spanier nicht ganz sicher, ob auch Ausländer Schinken schneiden können – und sollte es einem Spanier passieren, in einem Lokal zu dick geschnittenen Schinken serviert zu bekommen, so wird er dieses garantiert nicht mehr betreten!

cortar jamon

Auch Einbrüche in Restaurants und Bars werden immer wieder gemeldet, bei denen neben dem Bargeld vor allem die Schinkenkeulen zum Opfer fallen. Sicher, billig ist der Schinken – vor allem der Jamón Ibérico – nicht, schon mit einer Keule lässt sich beim Weiterverkauf ganz gut Geld machen. Aber vielleicht aktiviert sich ja bei herabhängenden Schweinekeulen auch ganz einfach der Jagdinstinkt und die Diebe bekommen Heisshunger auf einen kleinen Imbiss a la Obelix…

Written by admin

August 8th, 2009 at 4:53 pm

Posted in spanisches Essen

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