Martha’s Vineyard
Martha’s Vineyard ist eine Insel vor der Südküste von Cape Cod im US-Bundesstaat Massachusetts. Die Gesamtfläche von Martha’a Vineyard beträgt, gemeinsam mit der im Südosten angelagerten Insel Chappaquiddick, ca. 231,75 km².
In der Statistik “US-Inseln mit einer Grösse von 650-190km²” belegt Martha’s Vineyard Rang 58 von 68, an der Ostküste der USA ist sie die drittgrösste Insel.
Auf der Insel leben rund 15.000 Einwohner, aufgeteilt in sechs Gemeinden (Aquinnah, Chilmark, Edgartown, Oak Bluffs, Tisbury, West Tisbury).
Fünf Topics über Martha’s Vineyard
1. Die Insel Martha’s Vineyard gehörte ursprünglich zum Revier der Wampanoag-Indianer, welche früher Teile der US-Bundesstaaten Rhode Island, Massachusetts sowie verschiedene Inseln der Region bewohnten. Das Wort ‘Wampanoag’ bedeutet wörtlich ‘Die Kinder (Leute) des ersten Lichts’, was sich auf den rituell erlebten Sonnenaufgang über dem Atlantik bezieht.
Die Wampanoag betrieben Feldbau (vorwiegend Mais, Bohnen und Squash) der mit Fisch und Fleisch ergänzt wurde. Sie waren halbsesshaft und ihre saisonalen Wanderungen führten sie im Sommer in die Nähe der Meeresküste, wo Felder angelegt, Fische gefangen und Meeresfrüchte gesammelt wurden. Nach der Ernte im Herbst zog man zurück in die Winterdörfer und die Männer suchten ihre Jagdgebiete auf. Die Wampanoag waren als Konföderation organisiert, in der ein Obersachem die Führung über eine größere Anzahl weiterer Sachems innehatte.
Heute gibt es noch fünf organisierte Gruppen der Wampanoag, u.a. die Gay Head. Diese sind die einzigen, welche 1987 die bundesstaatliche Anerkennung vom Bureau of Indian Affairs erhielten, sie besitzen noch heute ein Reservat auf Martha’s Vineyard. Sie haben zurzeit 1.000 eingetragene Stammesmitglieder; ihr Reservat ist ca. 2 km² groß und liegt im äußersten Südwesten der Insel. Der offizielle Name lautet Wampanoag Tribe of Gay Head.
Durch eine Initiative mehrerer Wampanoag-Stämme wurde 1993 ein Projekt gestartet, das die im 19. Jahrhundert ausgestorbene Wampanoag-Sprache wiederbeleben soll. Als Basis dienten alte gedruckte Texte. So wird heute u.a. in Aquinnah in Schulklassen Unterricht angeboten, in dem in bestimmten Stunden nur Wampanoag gesprochen wird.

Quellen: Foto 1, Foto 2, Foto 3
2. Martha’s Vineyard war die Heimat einer der frühesten bekannten Gemeinschaften der Gehörlosen. Sie entwickelten aufgrund ihrer Isoliertheit im 18. und 19. Jahrhundert einen speziellen Dialekt der Gebärdensprache, Martha’s Vineyards Gebärdensprache.
Während in anderen Gegenden der USA rund 0,015 % der Bevölkerung gehörlos sind, gab es auf Martha’s Vineyard rund 0,7 % Gehörlose (d.h. 1 von 155 Neugeborenen kam taub zur Welt), hauptsächlich durch Inzest bedingt. In der Ortschaft Chilmark war sogar jeder vierte Einwohner gehörlos. Mittlerweile hat sich durch Zu- und Wegzug der Anteil der Gehörlosen normalisiert.
Als Thomas Hopkins Gallaudet und der gehörlose Franzose Laurent Clerc 1817 die erste Schule für Taube in Hartford im benachbarten Staat Connecticut gründeten, wurde Martha’s Vineyards Gebärdensprache zusammen mit der französischen Gebärdensprache eine der Grundlagen für die Entwicklung der heute gebräuchlichen Amerikanischen Gebärdensprache (American Sign Language, ASL).
Die ursprüngliche Martha’a Vineyard Gebärdensprache inzwischen ausgestorben.
3. Aber auch von Tragödien blieb die Insel nicht verschont.
So ereignete sich das bisher größte Schiffsunglück der Region am 18. Januar 1884, als der amerikanische Passagierdampfer City of Columbus an der Südwestspitze der Insel auf das Riff Devil’s Bridge lief und unterging. Von den 132 Menschen an Bord überlebten nur 29.
Auch die im Südosten von Martha’s Vineyard gelegene Insel Chappaquiddick ist durch einen Autounfall des berühmten, kürzlich verstorbenen Senators Edward Kennedy bekannt geworden, welcher sich am 18. Juli 1969 ereignete und bei dem seine Begleiterin ums Leben kam.
Kennedy hatte offensichtlich bei der Überquerung einer Brücke die Kontrolle über seinen Wagen verloren und war in den Gezeitenkanal gestürzt. Er selbst konnte sich unverletzt aus dem Wagen retten, seine Beifahrerin, die 29-jährige Sekretärin und Wahlkampfhelferin Mary Jo Kopechne, ertrank jedoch. Kennedy verließ damals den Unfallort und verständigte erst zehn Stunden später die Polizei. In der Presse wurde spekuliert, Kennedy habe möglicherweise vertuschen wollen, dass er bei dem Unfall alkoholisiert gewesen war. Er bekannte sich in der Verhandlung des unerlaubten Entfernens vom Unfallort schuldig und wurde am 25. Juli zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.
4. Auch Kinogängern ist die Insel durchaus ein Begriff. So diente Martha’s Vineyard als Kulisse für den Kassenschlager “Der weiße Hai“. Außerdem ist die Insel Schauplatz der Folge A Vineyard Valentine aus der Serie Gilmore Girls.
5. Heutzutage ist die Insel vor allem als Ferienort bekannt und wird in den Sommermonaten von Touristen stark besucht.
Viele berühmte Personen und Angehörige der amerikanischen Oberschicht haben Villen auf Martha’s Vineyard, was der Insel den Ruf eines Nobel-Ferienortes eingebracht hat. So sind u.a. Barack Obama, Bill und Hillary Clinton, die Queen Elizabeth, Meg Ryan, Reese Witherspoon oder Beyoncé Knowles unter den prominenten Urlaubern der Insel.

Spanien eröffnet seinen ersten sozialen Supermarkt!

Die Sozialarbeiterin und Direktorin eines Altenheims, Consuelo de Miguel, hat in der kleinen spanischen Stadt Plasencia den ersten sozialen Supermarkt Spaniens eröffnet.
Verkauft werden vor allem Grundnahrungsmittel, welche zu fast 70% günstiger erhältlich sind als die äquivalenten Produkte in einem gewöhlichen Supermarkt. So kostet beispielsweise ein Baguette 10 Cent oder ein Kilo Mehl gerade einmal 65 Cent. Eine durchschnittliche Familie kann so mit einem Betrag von 20€ ihren Nahrungsmittelbedarf für eine ganze Woche abdecken!
Möglich sind diese niedrigen Preise bei gleich bleibender Qualität vor allem dank der Tatsache, dass keine Zwischenhändler im Spiel sind, welche bezahlt werden müssen; die Produkte gelangen direkt von der Fabrik oder dem Anbaugebiet in den sozialen Supermarkt. Ausserdem steht bei dem Supermarkt Gewinnstreben nicht an erster Stelle, es handelt sich eher um eine gemeinnützige Einrichtung.
Geholfen werden soll mit der Einrichtung lediglich Familien mit niedrigem Einkommen. Diese müssen dem Supermarkt nachweisen, dass sie in finanziellen Schwierigkeiten stecken, nur dann ist ein Einkauf im sozialen Supermarkt möglich. Plasencias sozialer Supermarkt hatte in den ersten 4 Wochen bereits 600 Anmeldungen zu verzeichnen!
Consuelo de Miguel hat es aber nicht nur geschafft, mit ihrem ersten sozialen Supermarkt vielen finanziell schwachen Familien unter die Arme zu greifen, sondern hat sich darüber hinaus auch entschlossen, einigen im Arbeitsleben benachteiligten Menschen eine Chance zu geben: 6 ihrer 7 Supermarktangestellten sind behindert.
Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Supermarkt in Plasencia nicht der einzige in Spanien bleibt …!
Die Banane!
Geschichte
Die Bananenstaude zählt zu den ältesten Kulturplanzen der Erde.
Der Urspung der wilden Banane ist in Südostasien zu finden. Der genaue Weg jedoch, den die Banane bei ihrer Verbreitung über die gesamten Tropischen und Subtropischen Zonen des Globus genommen hat, ist heute nur noch schwer nachvollziehbar.
Man vermutet, dass durch austronesische Einwanderer eine Einführung der Banane zunächst in der gesamten indonesischen Inselwelt bis hin nach Madagascar stattfand. Zudem ist es bekannt, dass in China schon ca. 200 v.Chr. ein Anbau von Bananen in Plantagen stattfand. Sicherlich trugen auch arabische Kaufleute während ihrer Handelsreisen ihren Teil zur Verbreitung der Banane auf dem afrikanischen Kontinent bei, sodass die Banane u.a. auf diese Weise ihren Weg von Indien nach Palästina und Ägypten fand.
Während einer ihrer Eroberungszüge entlang der afrikanischen Küste brachten portugiesische Seefahrer die Banane schliesslich ca. 1500 auf die Kanarischen Inseln. Durch spanische Missionäre gelangte sie dann wahrscheinlich schlussendlich über die Karibik nach Amerika.
Drei Kuriositäten über die Banane
Ist Euch bewusst, dass es sich bei der heutigen Exportbanane nicht um unterschiedliche Sorten handelt, sondern hauptsächlich um eine Einzige, die in fast allen tropischen und subtropischen Regionen dieser Erde angebaut wird? Bei dieser Sorte handelt es sich um die sogenannte Cavendish, welche aus Südchina kommt und 1953 entwickelt wurde.
Aber warum stützt sich fast der gesamte Exporthandel auf eine einzige Bananensorte? Nun, der Hauptgrund scheint darin zu liegen, dass es kaum Alternativen gibt, die meisten Bananensorten sind nicht exportfähig (hauptsächlich aufgrund zu dünner Schalen, welche für den Export nicht resistent genug sind).
Allerdings birgt diese fehlende Diversifikation eine nicht unwesentliche Gefährdung der Bananenwirtschaft: Bis in die 1960er Jahre hinein war eine andere Bananensorte, die Gros Michael, die Hauptsorte für den Export. Anfang der 1960er Jahre jedoch wurden die Bananenstauden von der sogenannten Panama-Krankheit heimgesucht, welche nahezu den gesamten Anbau zerstörte. Heute wird die Bananensorte Gros Michael fast nur noch für den lokalen Vetrieb kultiviert, ihren Status als Hauptsorte hat sie damals an die Sorte Cavendish verloren.
Aber auch die Sorte Cavendish ist vor derartigen Krankheiten nicht sicher, seit den 1990er Jahren ist eine Variante der Panama-Krankheit bekannt, welche auch diese Sorte angreift. Seither forschen die Wissenschaftler fieberhaft nach Wegen, Resistenzgene in die bereits bestehende Sorte einzukreuzen, der Erfolg hält sich jedoch bisher in Grenzen: Ein Einkreuzen ist bei den meisten Sorten nicht möglich, da viele Bananensorten steril geworden sind. Ihre Vermehrung erfolgt rein vegetativ (d.h. ungeschlechtliche Vermehrung basierend auf der mitotischen Zellteilung), die Schösslinge sind somit Klone der Mutterpflanze.
Die Wissenschaft ist daher auf die Erforschung transgener Bananenlinien umgestiegen, da nach Schätzungen die Sorte Cavendish bereits in 10-20 Jahren nicht mehr in ihrer aktuellen Form in Monokulturen angebaut werden kann!
Ihr habt bestimmt schon einmal kleine, braune Punkte auf der gelben Bananenschale beobachtet. Habt ihr Euch schon einmal überlegt, wo diese herkommen könnten?
Der Grund für diese braunen Punkte sind die Insekten, die in den tropischen Anbaugebieten der Banane recht verbreitet sind! Einige dieser Insekten stechen in die Schalen der reifen Bananen, um Saft und Zucker herauszusaugen. Wenn es nicht zu viele Einstiche sind, dann haben diese keinerlei Einfluss auf Geschmack oder Bekömmlichkeit der Banane und können obendrein noch einen Hinweis für einen ökologischeren Anbau der Banane darstellen!
Also wenn ihr nächstes Mal die Wahl habt, kann es durchaus sinnvoll sein, sich einmal gegen die makellos gelbe Banane zu entscheiden!
Häufig entsetzt uns die Vorstellung, dass das meiste Obst und Gemüse noch grün, d.h. nicht ausgereift, geerntet wird, um rechzeitig ans andere Ende des Globus verschifft werden zu können.
Auch Bananen werden noch grün geerntet – allerdings ist dies auch notwenig, da es sich hier um klimaterische, d.h. nach der Ernte nachreifende Früchte, handelt. Würde man die Bananen an der Staude hängen lassen, so würden die Früchte aufplatzen und mehlig statt süss schmecken! Auch in den Anbauländern werden die Bananen daher nicht länger an der Pflanze gelassen sondern im grünen Zustand vom Baum gelöst, um an einem schattigen Ort nachzureifen.
El Platano de Canarias
Auch der sogenannte Platano de Canarias, die Bananensorte, die auf den Kanarischen Inseln kultiviert wird, ist in seiner Mehrheit nicht für den Export bestimmt. Lediglich eine Lieferung auf die Iberische Halbinsel findet statt.
Der Hintergrund hierfür ist zum einen, dass auch dieser Sorte einige ausschlaggebende Eigenschaften fehlen, um zu einer Exportbanane emporzusteigen, v.a. ist die Schale der kanarischen Bananen zu dünn, um eventuelle Stösse beim Transport unbeschadet abfangen zu können.
Zum anderen ist die Produktion der Bananen zu teuer, das Produkt wäre auf dem internationalen Markt nicht konkurrenzfähig. Ohnehin kann der Bananenanbau auf den Kanaren nur dank Subventionszahlungen von Seiten der EU fortgeführt werden.
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Dessertbanane
http://www.hensle.de/Tropische_Fruchte/botanik2.htm
FASS – deutscher Laden in Madrid!
Stellt Euch vor ihr wohnt in Madrid und habt mal wieder so richtig Heisshunger auf leckeres deutsches Essen – z.B. auf Kartoffelpüree mit Sauerkraut und Weisswurst, ein knuspriges Körnerbrötchen mit Fleischwurst oder auf einen unwiderstehlichen, ofenwarmen Apfelstrudel mit Sahne…
…vielleicht vermisst ihr aber auch einfach nur die Atmosphäre in einem kleinen deutschen Supermarkt…
Nein, falsch, wenn ihr in Madrid wohnt dann müsst ihr nun nicht fanatisch nach Billigfliegern in die deutschen Metropolen suchen um Euer Verlangen zu stillen sondern einfach mit dem Bus oder mit der Metro in das Madrilener Stadtviertel Chamartín fahren, in den Teil, der als “pequeña Germania” bekannt geworden ist.
In diesem Teil ist auch der deutsche Laden, das “FASS”, anzutreffen.
Es handelt sich um einen kleinen Lebensmittelladen im rustischen Stil, der neben einigen typisch deutschen Fertigprodukten auch sehr viel Frischware anbietet, so u.a. Fleisch, Wurst, Käse, Brot und Brötchen sowie frischen Kuchen, welcher einem das Wasser im Mund zusammen laufen lässt!
Auch Spirituosen wie deutsches Bier und Wein sind zu haben, zudem verkauft das Geschäft Accessoires wie zum Beispiel deutsche Biergläser, in der Weihnachtszeit sind zudem deutsches Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen, Marzipan oder Zimtsterne sowie sehr schöne Weihnachtsdeko erhältlich.
Der Laden ist anzutreffen unter:
“Centro Aleman de Alimentación FASS”; C/Rodriguez Marín, 84; 28002 Madrid (Tel. +34 91 563 74 47).
Ich kann Euch nur sagen, ein Besuch lohnt sich, besonders während der Adventszeit!
Etymologie des Namens Gran Canaria
Nach Teneriffa und Fuerteventura ist Gran Canaria mit 1560km² die drittgrösste Insel des kanarischen Inselachipels.
Die Insel befindet sich ca. 210km östlich der Südküste Marokkos im Atlantischen Ozean – käme man auf die Idee, am südlichsten Punkt der Insel mit einem Boot in gerader Linie in Richtung Süden zu schippern, so gelänge man an die Küste der Westsahara. Kurios: Würde man das Gleiche auf der Insel El Hierro – der westlichsten Insel des kanarischen Archipels – tun, so würde man bis zur Antarktis auf kein Festland oder bewohnte Inselgruppe mehr treffen!!
Aber zurück zu Gran Canaria: Die annähernd kreisförmige Insel mit einem Durchmesser von ca. 50km brachte es mit einer Einwohnerzahl von 829.597 im Jahre 2008 auf eine der bevölkerungsreichsten kanarischen Inseln, lediglich übertroffen von Teneriffa mit einer Bevölkerungszahl von 886.033.
Was diese Zahlenangaben anbelangt, so sind sich die Wissenschaftler ausnahmsweise einmal einig – die Differenzen lassen jedoch auch im Falle Gran Canaria nicht lange auf sich warten:
Bezüglich der Etymologie des Namens “Gran Canaria” gehen die Meinungen bis heute recht weit auseinander …
Es scheint relativ sicher dass unter Juba II (ca. 50 v.Chr – 23 n.Chr, Aliierter des römischen Imperiums und durch dieses als König von Mauretanien eingesetzt) eine Expedition zu den Kanarischen Inseln stattfand. Durch seine gute Erziehung in Rom war Juba II auch schriftstellerisch begabt und tätig, und so hielt er die Erfahrungen seiner Expedition zu den Kanarischen Inseln auf Papyrus fest.
Leider haben von all den Werken, die Juba II verfasste, nur sehr wenige Fragmente die Zeiten überdauert. Die Informationen, die uns heute über die besagte Kanaren-Expedition vorliegen, haben wir fast ausschliesslich einem Text aus dem Werk “Naturalis Historia” von Plinius dem Älterem zu verdanken, geschrieben Jahre nach dem Tod von Juba II.
So weit, so gut, aber nun beginnen die Theorien – Plinius der Ältere behauptet, dass in den Beschreibungen der Kanaren-Expedition von Juba II der Name “Canaria” schon vorkommt – die Frage ist, warum?
Viele Forscher glauben, dass es sich bei dem Namen Gran Canaria um eine lateinisierte Form des ursprünglichen Namens der Insel oder des Namens der damaligen Inselbevölkerung handelt.
Einige Geschichtswissenschaftler beziehen sich auf ein Berbervolk, die Canarii, es gibt jedoch Quellen, die daran zweifeln lassen, dass es sich bei dieser Tribu um den Namensgeber der Insel gehandelt hat:
Im Jahre 42 n.Chr. startete der Prätor Suetonio Paulino eine Expedition in das Atlasgebirge. Grund der Expedition waren Aufstände der mauretanischen Volksstämme aufgrund der Besetzung Maretaniens von Seiten des römischen Imperiums. Während dieser Expedition stiess Suetonio Paulino auch auf eine Tribu, die sich Canarii nannte (ein Volksstamm, der wahrscheinlich aus dem Südosten des heutigen Marokkos stammte). Die Römer hatten damals mehrere Methoden, mit ungehorsamen Stämmen umzugehen, eine davon war die Verbannung auf unbewohnte Inseln – eine für die Römer zudem sehr praktische Art, Gebiete zu kolonialisieren.
Da die Expedition von Suetonio Paulino (und folglich auch eine mögliche Verbannung der Tribu Canarii, wenn es denn überhaupt so war) viele Jahre nach dem Tod von Juba II stattfand, ist es meiner Ansicht nach aber sehr unwahrscheinlich dass diese Tribu Gran Canaria seinen Namen gegeben hat.
Eine weitere, mit der Zeit sehr verbreitete Theorie soll auf ein Ereignis während der Kanaren-Expedition Jubas II zurückzuführen sein. Nach einer Erkundungsexpedition der Insel Gran Canaria berichteten die Männer Juba II von grossen “canis” (Hunden), welche die Insel bevölkern würden und brachten Juba II als Beweis zwei grosse Exemplare mit.
Folglich könnte der Name Gran Canaria auch von der lateinischen Bezeichnung für grosse Hunde (grandis canis) abgeleitet worden sein.
Der Geschichtswissenschaftler José Juan Jiménez geht noch einen Schritt weiter: Laut seiner Teorie bezieht sich Plinius der Ältere mit “canis” nicht auf Hunde, sondern auf Seehunde, da bisher nur archäologische Reste von sehr kleinen Hunden auf der Insel geborgen werden konnten.
Die Seehunde hingegen vereinen die Kriterien, sehr grosse Tiere zu sein und waren zudem in Zeiten der Römer in Mengen auf Gran Canaria anzutreffen, v.a. in den Monaten Juni-Juli, während der Paarungszeit, in welcher die Passatwinde ein Segeln zu den Kanarischen Inseln wesentlich erleichterten.
Eine weitere Theorie leitet den Namen Gran Canaria von alten Schriftstücken ab, welche sich darauf beziehen, dass Hundefleisch ein Bestandteil der Ernähung der damaligen kanarischen Bevölkerung gewesen sei. Was diese Theorie anbelangt, sind sich die Forscher allerdings nicht einig, viele gehen von einem Übersetzungs- oder Interpretationsfehler der Originaltexte aus.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die am weitesten verbreitete Theorie die Ableitung des Namens Gran Canaria vom lateinischen Begriff für grosse Hunde, “canis grandis”, ist – diese Erklärung wird auch von Touristenführern immer wieder gerne aufgegriffen. Aber wie man sieht, ist die Angelegenheit bei näherer Betrachtung doch nicht ganz so einfach…
Die Spanier und ihr Schinken
Spanien ist sehr stolz auf seinen Schinken.
Genauso, wie man bei einem Málaga-Stadt Urlaub die Besichtigung der Alcazaba Festung keinesfalls verpassen sollte, ebenso wenig sollte man es versäumen, sich vor dem Rückflug noch mindestens ein Stück spanischen Schinken in den Mund gesteckt zu haben.
Dabei ist die Auswahl keineswegs allzu gross – der Spanier unterscheidet zwischen dem Jamón Ibérico und dem Jamón Serrano.
Bei beiden Sorten handelt es sich um luftgetrocknete Schinken, eine in Südeuropa durch das wärmere und trockenere Klima gängige Art der Schinkenherstellung.
Von den beiden Sorten ist der Jamon Ibérico der Exclusivere, da ein Schwein zu mindestens 50% reinrassig iberischen Ursprungs sein muss, um seine hintere Körperpartie später Jamón Ibérico nennen lassen zu dürfen. Je nach Ernährung werden die Sorten dann noch einmal unterteilt in: “Jamón Ibérico Pienso / de Cebo / de Campo” (d.h. eine Schweinezucht basierend auf Getreidemast), “Jamón de Recebo” (auch diese Schweine werden mit Getreide gemästet, erhalten jedoch am Ende der Mast max. 30% Futterzusatz an Eicheln) sowie das absolute Spitzenprodukt “Jamón Ibérico de Bellota” (diese Schweine müssen nicht nur zu mindestens 75% reinrassiger Herkunft des dunkelhäutigen iberischen Schweines sein sondern auch bei Freilandhaltung min. 40% ihres Körpergewichtes nur durch den Verzehr von Eicheln und Kräutern zugelegt haben)!
Der Jamón Serrano hingegen stammt im Gegensatz zum Jamón Ibérico nicht von den iberischen Schweinen sondern von hellhäutigen Hausschweinen. Folglich ist er um einiges preiswerter als der Jamón Ibérico. Geschmacklich ist der Serrano Schinken wesentlich milder im Vergleich zum Jamón Ibérico.
Um den Schinken populär zu machen, dafür sorgen auf der iberischen Halbinsel fast alle spanischen Restaurants und Bars. Fast jedes spanische Lokal bietet stolz ihren spanischen Schinken an, einige gehen sogar noch weiter – manche haben den spanischen Schinken zu ihrem Zugpferd gemacht. So gibt es verschiedene Restaurantketten – so unter anderem das “Museo de Jamón”, “Paraiso del Jamón” oder auch “Don Jamón” und einige mehr, welche den spanischen Schinken als die Spezialität des Hauses anbieten. Dort hat man dann nicht nur die Möglichkeit, Schinken in allen Variationen zu probieren, sei es ein Schinkenbaguette, Schinken-Kroketten, Gazpacho (eine typisch spanische Gemüsesuppe) mit Schinkenstücken oder einfach Schinken mit Melone, sondern kann auch noch den Anblick von unzähligen, an der Decke baumelnden Schinkenkeulen bewundern.
Wichtig ist dem Spanier jedoch das Schneiden des Schinkens, in diesem Punkt ist er leider nicht sehr flexibel, er lässt keinesfalls jede beliebige Person an die Schweinekeule! Aufgrund der hohen Bissfestigkeit ist es notwendig, den Schinken recht dünn zu schneiden – der Spanier hat daraus eine eigene Wissenschaft gemacht. Bis heute sind sich die meisten Spanier nicht ganz sicher, ob auch Ausländer Schinken schneiden können – und sollte es einem Spanier passieren, in einem Lokal zu dick geschnittenen Schinken serviert zu bekommen, so wird er dieses garantiert nicht mehr betreten!
Auch Einbrüche in Restaurants und Bars werden immer wieder gemeldet, bei denen neben dem Bargeld vor allem die Schinkenkeulen zum Opfer fallen. Sicher, billig ist der Schinken – vor allem der Jamón Ibérico – nicht, schon mit einer Keule lässt sich beim Weiterverkauf ganz gut Geld machen. Aber vielleicht aktiviert sich ja bei herabhängenden Schweinekeulen auch ganz einfach der Jagdinstinkt und die Diebe bekommen Heisshunger auf einen kleinen Imbiss a la Obelix…
Geographie Málaga
Spanien ist unterteilt in 17 autonome Regionen sowie 2 unabhängige Städte.
Eine der 17 autonomen Regionen ist Andalusien, welche sich im Süden der Iberischen Halbinsel befindet und wiederum in acht Provinzen (Huelva, Cadiz, Sevilla, Córdoba, Jaén, Granada, Almería und Málaga) unterteilt ist.
Die Provinz Málaga liegt im Süden Spaniens an der Mittelmeerküste, eingegrenzt von Cádiz im Westen, Córdoba und Sevilla im Norden sowie Granada im Osten. Mit einer Fläche von 7308km² nimmt Málaga gerade einmal 1.45% der gesamten Fläche Spaniens ein, welche sich auf ein Areal von 504.645km² beläuft. Dennoch kommt Málaga bei einer Studie des spanischen Statistikinstitutes (vom Jahr 2008) mit einer Einwohnerzahl von 1.587.840 auf Platz 6 der spanischen Provinzen mit der grössten Einwohnerzahl oder anders ausgedrückt: 3.40% der spanischen Bevölkerung lebt in der Provinz Málaga.
Abgesehen von den Spaniern zieht es aber auch viele Ausländer in die Region, so leben unter anderem viele Briten, Marokkaner, aber auch Deutsche in der Provinz.
Was ist das Besondere an Málaga, was zieht die Menschen in diese Region, welche Städte und Sehenswürdigkeiten gibt es, hat Málaga typisch deutsche Geschäfte / Restaurants zu bieten…?
Dazu und vieles mehr in den nächsten Posts …
























